Ohne etwas zu tun von A nach B kommen — geht das bald?

In vielen Bereichen unseres Lebens nutzen wir technische Geräte und Maschinen. Angefangen bei scheinbar einfachen elektrischen Geräten wie dem Kühlschrank, der unsere Nahrung vor dem Verderben schützt bis hin zu komplexen Hilfsmitteln wie dem täglich viel genutzten Smartphone — Technik begleitet uns in allen Bereichen des Lebens.

Zunehmend und immer mehr verlassen wir uns auf diese Technik. Insbesondere bei vielgenutzten Geräten sollte man sich mittlerweile mal fragen: Kann ich auch noch ohne leben?

Ein starker Trend derzeit, der gleichwohl in der Automobilindustrie als auch bei Unterhaltungselektronikunternehmen aufkam, ist die Entwicklung von autonomen Autos. Audi, Mercedes, Volkswagen, BMW aber auch Google. Alle forschen und entwickeln fleißig an dieser Idee.

Blick zurück

Ich kann mich noch genau daran zurück erinnern, als die Preistafel an der Tankstelle noch Preise um die magische Zahl 1,00 anzeigte. Moment, das tut sie doch heute auch? Ja, aber ich spreche nicht vom Diesel sondern von Benzin und von Preisbereichen um 1 Mark. Das muss irgendwann in den 90ern gewesen sein. Damals gab es noch kein Super Plus und von Elektroautos sprach auch niemand. Man konnte an der Tankstelle noch verbleites Benzin tanken und teilweise gab es noch Tankwarte. Doch nicht nur bei den Preisen, auch bei der Technik hat sich einiges getan. Was haben die Autos heute, was es damals noch nicht gab?

Doch fangen wir erst einmal vorne an: Autos waren ursprünglich als Ersatz für die unzuverlässige Pferdekutsche gedacht. Das erste Automobil entstand 1885 als Zweisitzer mit nicht mal einer Pferdestärke, aber sogar mit elektrischem Anlasser. Gerade mal 15 Jahre später hatten die Autos schon satte 35 PS. Vieles kommt einem bekannt vor. So haben beispielsweise heutige Autos auch teilweise noch Trommelbremsen (insbesondere an der Hinterachse). Auch das Lenkrad mit danebenliegenden Hebeln sowie Fußpedale gibt es heute noch nahezu unverändert, lediglich die Funktionen der Hebel und Pedale sind andere. Der Trend vom 4-Gang-Schaltwagen bewegt sich hin zu noch mehr Gängen mit kürzeren Schaltwegen bis hin zu Doppelkupplungsgetrieben in Automatikfahrzeugen. In den 90ern, so kann ich mich dann wieder selbst erinnern, gab es in den meisten Fahrzeugen Sicherheitsgurte, bequem gefederte und gepolsterte Sitze und teilweise sogar bereits Airbags. Die Beleuchtung gleicht der von heute in weiten Teilen: Stand- und Fahrlicht, Blinker, Bremslicht und Nebelschlussleuchte gibt es nicht erst seit gestern. Auch wichtige Funktionen wie den Tachometer gab es natürlich damals schon. Vieles, was sich seitdem geändert hat betrifft eben doch nur den Komfort der Insassen. Es sind aber auch viele sicherheitstechnische Aspekte hinzugekommen.

Das Auto heute

Heutige Autos verfügen bereits über viele digitale und hochtechnische Feinheiten. Spurhalteassistenten, (automatische) Bremsassistenten, (aktive) Einparkhilfen, Kurvenlicht, Spiegel- und Sitzheizung sind nur die Sahnebonbons der heutigen Autotechnologie. In vielen Bereichen überlassen wir bereits der Technik die letzte Entscheidung über teilweise lebenswichtige Teile am Gefährt. Nur, um ein Beispiel zu nennen: Dank ABS und Bremsassistenten hat die Technik im Auto theoretisch die volle Kontrolle über das Lösen und Festziehen der Bremsen, egal, wie der Fahrer sich entscheidet. Der Bremsassistent zieht die Bremse fester, wenn der Fahrer zu sanft agiert. Das ABS löst sie, falls der Fahrer durch einen zu festen Tritt auf das Pedal die Traktion der Räder gefährdet. Die Technik hilft uns und wir verlassen uns auf sie.

Das Auto morgen

Fahrerlose Autos auf die Straße bringen; das ist die Idee zahlreicher Unternehmen. Fahrerlos, aber nicht führungslos. Die Führung soll komplett durch den Bordcomputer geschehen, der unter Einbezug von unterschiedlichsten Sensoren und Messinstrumenten das Fahrzeug und seine Insassen unbeschadet und unkompliziert vom Start zum Ziel bringt. Ausparken, freie Fahrt, Einparken. Anhalten an Ampeln, bei Stau und die Gefahrenbremsung bei unvorhergesehenen Ereignissen — das alles soll das Auto für uns entscheiden. Neu ist die Idee keineswegs, im öffentlichen Schienenverkehr gibt es das Ganze schon lange. Ein lokales Beispiel ist die Hochbahn am Frankfurter Flughafen, die die Passagiere sicher zwischen den beiden Terminals hin- und herkutschiert. Letztes Jahr wurde die sogenannte SkyLine 20 Jahre alt.

Die Grundbedingungen der SkyLine sind jedoch andere als die auf der Straße vorliegenden: Die Hochbahn verkehrt auf einem festgelegten Schienensystem, es gibt eine Schiene für jede Richtung. Die Wahrscheinlichkeit zur Kollision mit entgegenkommenden Zügen ist dadurch stark eingeschränkt. Die Gleise sind gegen unbefugtes Betreten abgesichert, an den Bahnhofen sorgt eine Glaswand mit Schiebetüren dafür, dass keine Person in den Gleisbereich gelangen kann. Weiterhin sind die Züge zentral gesteuert. Der zentrale Rechner weiß immer genau, wo sich jeder Zug befindet und kann entsprechend reagieren.

Auf der Straße ist das ganz anders: Hier kann immer etwas Unvorhergesehenes geschehen. Es muss mit den Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern, egal in welchem Verkehrsmittel gerechnet werden. Mit Sicherheit werden auch nicht vom einen auf den anderen Tag keine manuell gesteuerten Fahrzeuge mehr auf der Straße fahren. Die anderen Fahrzeuge fahren also auch anders, als es ein autonomes Auto tun würde. Wer schon einmal ein Fahrzeug mit dem ein oder anderen Sensor gefahren hat, weiß wie fehleranfällig solche Sensoren heute noch sind. Der Regensensor ist da noch das geringste Übel: Wenn mein Auto jedes Mal eine Vollbremsung vornehmen würde, wenn sein Abstandswarner fälschlicherweise ein Hindernis zu erkennen meint, würde ich überhaupt nicht vom Fleck kommen. Anders herum kann es ebenso passieren, dass eine Gefahr nicht oder nicht rechtzeitig erkannt wird. Wie also soll die Technik in wenigen Jahren bereits so weit sein, dass autonome Autos auf unseren Straßen nicht die Sicherheit gefährden?

Sicherlich, ein Fahrer kann bei einem autonomen Auto keinen Fehler machen, da es keinen Fahrer gibt. Doch keine Maschine kann auf alle Ereignisse korrekt und unfallvermeidend reagieren. Unfälle können also passieren. Daher kommt ein weiteres wichtiges Thema auf: Wer übernimmt die rechtliche Haftung, wenn doch einmal etwas passiert? Der Automobilhersteller? Der Halter? Oder irgendeine Versicherung, die man abgeschlossen hat? Oder hat der Geschädigte einfach Pech gehabt? Meiner Meinung nach muss es jemanden geben, der hier die Verantwortung übernimmt. Und das sollte derjenige sein, der hier handelt. Auch wenn das nur über Umwege ist. Wenn also der Computer entscheidet, sehe ich die Haftung bei demjenigen, der ihm diese Entscheidungen einprogrammiert hat.

Fazit

Die Idee hat ihre Sonnen- und Schattenseiten. Sicherlich mag es angenehm anmuten, wenn man auf dem Weg zur Arbeit den Morgenkaffee und seine Morgenzeitung genießen kann. Ich würde mir aber zunächst kein fahrerloses Auto kaufen. Dafür fahre ich einfach zu gerne selbst. Für später ziehe ich es aber durchaus in Betracht. Oder gleich ein autonomes Wohnmobil, dann kann ich jeden Tag in einer anderen Stadt aufwachen.

Würdet ihr ein autonomes Auto kaufen? Von welchem Hersteller wäre es, eher von einer bekannten Größe in der Automobilindustrie oder von einem großen Unterhaltungselektronikhersteller?

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